louthing box

I am interested in examining both the physical and social phenomena of these uniform rhythms of louthing, which are extremely contagious, especially in contexts of concentration or apparent sovereignty. This installation calculates the laughter of the participants and responds with amplified audience laughter. This provokes an intensification and an unconscious, immediate reaction to the phenomenon.

wer zuletzt lacht
egg cartons, AI, microphon, speaker
interactive soundinstallation

Wie bekunden wir unsere Extase? Tanzen, Sport, Flow, oder einfach den Bildschirm anstarren in der Hoffnung Superlativen menschlicher Hingabe betrachten zu können… Oft mit spirituellen Impulsen verbunden transformiert das gemeinsame Feiern und Anfeuern seit den digitalen Medien in ein rezipierendes, analytisches Denken über Gefühle anstatt ihrer Auslebung. Starke Emotionen waren lange mit Weiblichkeit, Schwäche und Fahrlässigkeit verbunden, wenn nicht gar mit Hysterie. So unter Anderem auch das impulsive Lachen, das emanzipierte, überhebliche, verunsicherte, selbstironische, überraschende und fingierte, dass hier zu hören ist.

Ziel ist es in eine Spirale des Anlachens zu verfallen oder körperlich in Extase zu geraten ohne expliziten Grund. Hintergrund der Arbeit ist die Isolation und damit einhergehende Stille des vergangen Jahrzehnts durch Covid19, welche mich das Lachen und sein Verschwinden in mir analysieren lies. Im Internet finden wir mittlerweile abertausende Reaktionsvideos, eine Form passiven Konsumierens, vermittelt durch Bilder eines aufgearbeiteten Amüsierens. Ist das Faulheit, Scham oder können wir nicht gut alleine lachen – brauchen wir also „Vor-Lacher*innen“?

In den 2000ern gedrehte Serien haben bereits oft Lachkonserven benutzt als Pointen-unterstützung oder als Lückenfüller, in der Gewissheit, dass die Reaktionen der Zuschauer*innen durch ihre Spiegelneuronen – ähnlich wie beim Gähnen – geprägt sind von positiven Gefühlen beim Hören von Gelächter. Auch wenn dieses bereits verhallt ist und ein Stück Vergangenheit prägt.

Es geht mir um eine Betrachtung der physischen, als auch der sozialen Phänomens dieser gleichmäßigen Rhythmen, die ungemein ansteckend sind, und das am liebsten in Kontexten der Konzentration, der Stille oder der scheinbaren Souveränität. Diese Installation berechnet das hinein gegebene Lachen der Partizipierenden und reagiert mit einem verstärktem Publikumslachen. Dies Provoziert eine Steigerung und eine unbewusste, unmittelbare Reaktion auf das Phänomen des Lachens. Die Weitergabe vom Gähnen als Müdigkeit- und Sympathiezeichen wird hier mit dem Lachen als Auslöser für Freude und Irritation übertragen. Die Struktur der Kartons bricht die Schallwellen und verschluckt den Klang der Stimmen um die eigene Präsenz zu vergessen. Das Programm steuert die Intensität der Antworten, welche bereits damals eingespielte Lacher als found footage aus Serien wie Friends und anderen Hollywood Produktionen der 90er Jahre waren. Die Lachbox triggert Spiegelneuronen, welche ein Betrachter*innen Lächeln gezielt provoziert, Irritationen einer unbekannten Herkunft erzeugt, und bis zur Ermüdung der Partizipierenden damit spielt.